„Instrumentelle Besamung von Bienenköniginnen“ (Das Bienenmütterchen 10/12 2026)

Die instrumentelle Besamung ist eine Form der Begattung durch menschlichen Eingriff mittels geeigneter Hilfsmittel.

Normalerweise werden Königinnen zur Begattung auf Belegstellen gebracht, um sich dort mit Drohnen von ausgewählten 4a-Zuchtmüttern zu paaren. Dafür gibt es Belegstellen verschiedenster Kategorien und Anforderungen, wie Landbelegstellen mit und ohne Schutzradius, Hochgebirgsbelegstellen, Toleranzbelegstellen und Inselbelegstellen.
Die instrumentelle oder auch künstliche Besamung gibt es seit den 1970er-Jahren und ist aus der modernen Zucht nicht mehr wegzudenken.
Besonderes Augenmerk wird der instrumentellen Besamung bei der genetischen Beeinflussung der Varroatoleranzmerkmale zugeschrieben.
Dabei werden Zuchtköniginnen als Zuchtmütter verwendet, die sehr gute Varroatoleranzwerte besitzen, wie das Ausräumverhalten beim Nadeltest, Auswaschproben und die Brutuntersuchung auf die Anzahl der fortpflanzungsfähigen Milben. Die Ein-Drohn-Besamung ist dafür besonders geeignet. Diese Völker können nur als Kleinvölker in MiniPlus-Einheiten überwintert werden, da das Sperma von nur einem Drohn nicht ausreicht, um große Völker aufzubauen.
Von diesen überwinterten Kleinvölkern werden dann Drohnen für die instrumentelle Besamung bereitgestellt, die die Eigenschaften der 2a-Mutter besitzen.
Erst die Nachzuchtköniginnen können wieder in Vollvölker eingeweiselt werden, um aus einer oder mehreren Gruppen die Königinnen zu finden, die verbesserte Eigenschaften zeigen.

Leider gibt es, wie bei anderen Züchtungen auch, Nachteile. Wenn der Imker oder Züchter nicht konsequent bei der Auswahl der Zuchtmütter ist oder einfach nur „einmal etwas ausprobiert“, wird der Erfolg ausbleiben.

Geeignetes Zuchtmaterial für die Besamung
Als langjähriger Züchter ist man bestrebt, im Jahresverlauf für die neue Zuchtsaison junge Königinnen aus gekörten Völkern zu produzieren und auf geeigneten Belegstellen begatten zu lassen.
Die Jungköniginnen werden in Ableger oder Kunstschwärme mit definiertem Anfangsgewicht eingeweiselt und erhalten eine Grundfuttergabe für den Start. Das sind dann die sogenannten Starteinheiten für die Leistungsprüfung im nächsten Jahr.
Von diesen Völkern wird erst nach erfolgter Leistungsprüfung und der Veröffentlichung der Zuchtwerte nachgezogen. Nur die Völker mit den besten Zuchtwerten kommen dafür infrage.
Bei Carnica-Völkern kommen zusätzlich die Merkmalsprüfung und die Körung durch den Landesverband hinzu.

Besamungslehrgang 2026 bei Ali Ataeian in Thüringen.
Kontakt zu Ali via E-Mail: ali.ataeian@artiqueenbeeins.com.

Kontaktaufnahme zu Besamern
Die Wahl eines Besamers ist sehr wichtig für eine erfolgreiche Besamung.
Bei der letzten Mitgliederversammlung des IBSZ e.V. in Wurzbach (Thüringen) im September 2025 hat Herr Ali Ataeian aus Elgersburg neben einem interessanten Vortrag über die Imkerei im Iran auch einen Vortrag über seine Besamungsstation und die Ausbildung von jungen Besamern gehalten.
Die Vorträge haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sodass ich mich Anfang Juni entschieden habe, meine Königinnen bei Ali Ataeian besamen zu lassen.
Gemeinsam mit unserem Mitglied Jörg Michelfeit, der seinen Besamungskurs absolvieren wollte, haben wir den Termin 16.7.26 bekommen.

Aufzucht der Drohnen für die Besamung
Die Aufzucht der Drohnen ist genau wie die Königinnenzucht absolute Terminsache.
Die Drohnen müssen am Besamungstermin, ab Ei gerechnet, mindestens 42 Tage und maximal 52 Tage alt sein.
Am 3.6.26 wurden die Drohnenrahmen mit einer Drohnenmittelwand in fünf F1-Völker der Linie SKL 47/H/47 zum Bestiften eingehängt.

Arbeitsschritte
– Die Stiftkontrolle erfolgte vier Tage später, und damit wurde das Alter der Larven bestimmt.
– Drohnen am 21. Tag bis zum Schlupf käfigen!
– Drohnenschlupf am 24.–28. Tag mit Teil-entnahme von Drohnen für die Merkmalsbeurteilung.
– Drohnen in einen Sammelbrutableger mit modifiziertem Abstandsrechen umsiedeln.
– Die Drohnenwaben bleiben bis zu ihrer Entnahme im Honigraum. Dort können sie besser Futter abnehmen als in kleineren Zellen.
– Drohnen regelmäßig mit Flüssigfutter versorgen. Bei Futtermangel werden die Drohnen schnell entsorgt.
– Drohnen werden im Honigraum dunkel gehalten und durch Absperrgitter vom Brutraum getrennt.
– Die im Sammelbrutableger geschlüpfte Königin ist entsprechend dem Alter gegen eine zu besamende Königin auszutauschen.
Das Alter dieser Königin sollte dem der weiteren zu besamenden Königinnen entsprechen.

Aufzucht von Königinnen für die Besamung
Die Königinnenzucht für die Besamung ist so einzuleiten, dass die Königinnen 9–12 Tage vor der geplanten Besamung schlüpfen.

Arbeitsschritte
– Am 23. Juni wurde für den anvisierten Besamungstermin mit vier Tage alten Larven von dem Zuchtvolk der Linie SKL 47/9/26 umgelarvt.
– Am 2. Juli wurden die Königinnen in die bereits mit ausreichend Bienen und Futter vorbereiteten Kieler Begattungskästen verschult.
– Am 5./6. Juli Schlupf im MWK, Schlupf-kontrolle zwei Tage später.
– Am 14. Juli Zeichnen der Jungköniginnen mit Nummernplättchen und danach im geschlossenen Iltiskäfig zusetzen. Dadurch werden Wiederannahmeverluste minimiert.
– Das Käfigen vereinfacht den Zeitaufwand beim Besamen enorm.
– Jede Königin wird nach dem Zeichnen in ein Literglas gesetzt, um festzustellen, ob sie bis unter die Decke krabbeln kann und nicht abfällt.

Es gibt mehrere Methoden, wie die Besamungseinheiten terminlich gebildet werden.

Methode 1 – Besamungseinheiten ohne Drohnen bilden und am gleichen Tag mit Nummer gezeichnete Jungköniginnen zusetzen. Es kann zu Annahmeverlusten kommen. Daher müssen immer Reserveköniginnen da sein.

Methode 2 – Besamungseinheiten ohne Drohnen bilden und am 12. Tag, also vier Tage vor dem Schlupf, die Edelzellen in die Begattungseinheiten geben. Ausfälle gibt es nur, wenn eine Zelle nicht schlüpft, was aber selten ist. Die Rähmchen der Begattungskästen besitzen gleich die Bohrungen für die Zuchtstopfen. Das erleichtert auch das Herausnehmen der leeren Zellen, ohne dass die Waben gezogen werden müssen.

Schlussbemerkungen
Da ich schon viele Jahre Königinnen künstlich besamen lasse und sowohl Erfolge als auch Misserfolge hatte, kann ich mit der Besamung im Jahr 2026 einen vollen Erfolg verbuchen.
Terminzusage und Termintreue waren okay.

Beurteilung der Drohnen und Königinnen durch den Besamer:
Es gab bei den Königinnen und Drohnen durch den Besamer keine Beanstandungen.

Anzahl der besamten Königinnen: 10
Anzahl Königinnenverluste: 0
Anzahl Königinnen in Eilage am 4. Tag: 7
Anzahl Königinnen in Eiablage am 6. Tag: 3
Anzahl Königinnen mit Buckelbrut: 0

Wilfried Götze, Züchter DE-14-21

„Jetzt Zusammenstehen! Ein Kommentar“ (Das Bienenmütterchen 01/03 2026)

In Europa imkern wir seit tausenden von Jahren, die Honigbiene ist tief in unserer Kultur verwurzelt. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich die Imkerei immer wieder an neue Gegebenheiten angepasst: An geänderte Klimabedingungen und Landschaften und an neue Schädlinge und Krankheiten.
Nicht nur in der Imkerschaft, sondern in der gesamten Gesellschaft sehen wir, dass ehrenamtliches Engagement zunehmend an Wertschätzung verliert. Es wird immer schwieriger, Menschen zu finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Auch bei uns im Sklenarbund wird spürbar, wie schwer es geworden ist, neue aktive Mitglieder zu gewinnen oder bestehende Mitglieder zu motivieren, sich einzubringen. Wir wissen, dass unser Verband überaltert. Und wir wissen auch, dass all diese Themen nicht gelöst werden, wenn wir sie nur beobachten, sondern nur dann, wenn wir sie gemeinsam anpacken.

Inmitten all dieser schwierigen Entwicklungen gibt es jedoch auch Hoffnung: Die Fortschritte in der Zucht varroaresistenter Bienen sind ermutigend und weisen in eine Richtung, die sowohl das Überleben unserer Bienen als auch die Zukunft der Imkerei sichern könnte. Dass wir diese Chance ergreifen, ist entscheidend. Und würde zugleich beweisen, dass wir als Imkerschaft fähig sind, gemeinsam zu handeln und neue Wege zu gehen.
Dazu gehört die entschlossene Unterstützung der Varroaresistenzbewegung ebenso wie die tatsächliche Vorbereitung auf neue Bedrohungen, die uns sehr real bevorstehen: Die Tropilaelapsmilbe, die weiterhin zunehmende Ausbreitung der Vespa Velutina und die anhaltende Auseinandersetzung mit Honigverfälschungen, die unseren Markt verzerren. Diese Themen werden unsere Arbeit in den kommenden Jahren prägen und bestimmen. Wenn wir nicht aktiv werden, ist zu befürchten, dass die Zahl der Hobbyimkerinnen und -imker weiter zurückgeht. Und damit verlieren wir nicht nur Mitglieder. Wir verlieren Vielfalt, Wissen, Erfahrung und die vielen kleinen Beiträge, die die Imkerei lebendig halten.
Gerade deshalb ist der Zusammenhalt in der Imkerschaft und bei uns im Sklenarbund wichtiger denn je. Wir müssen uns bewusst machen, dass wir ein gemeinsames Ziel haben: Den Schutz und die Zukunft der Honigbiene.
Wir sollten zeigen, dass wir über persönlichen Empfindlichkeiten und alten Streitigkeiten stehen. Dass wir bereit sind, einander zuzuhören, unsere Perspektiven zu erweitern und uns gegenseitig zu unterstützen. Es braucht den Mut, alte Denkmuster zu verlassen, Vorbehalte abzubauen und zu erkennen, dass wir nur gemeinsam stark sein können. Das interne Zoom-Meeting zum Thema Varroaresistenz auf Belegstellen am 12.11.2025 war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch es darf nicht beim ersten Schritt bleiben. Wenn der Sklenarbund zukunftsfähig bleiben soll, dann müssen wir diesen Weg konsequent weitergehen und uns aktiv einbringen.

Die Imkerei braucht Einzelkämpfer und ein Netzwerk aus Menschen, die einander helfen, die sich austauschen, die Wissen weitergeben und Verantwortung teilen. Nur wenn wir zusammenstehen, werden wir unsere Aufgaben meistern und die Zukunft der Bienen und der Imkerei aktiv gestalten können. 

Marie Förster

„Praxistipp: Gabelreiniger“ (Das Bienenmütterchen 09/12 2025)

In fast jeder Imkerei kommt in irgendeiner Form eine Entdeckelungsgabel zum Einsatz. Die einen arbeiten ausschließlich mit der Gabel, andere verwenden einen Heißluftföhn und müssen anschließend nacharbeiten.

Mit der Zeit sind die Gabelzinken stark mit Honig und Deckelwachs verklebt und müssen mühsam gereinigt werden. Vor einigen Jahren habe ich gemeinsam mit einem Hersteller dieses Problem angegangen und einen speziellen Gabelreiniger entwickelt. Dieses Gerät ist für uns inzwischen ein unverzichtbarer Helfer geworden und nicht mehr wegzudenken.
Die mit Honig und Wachs gefüllten Zwischenräume der Zinken lassen sich damit ganz ein-fach säubern. So können wir problemlos den ganzen Tag über entdeckeln und haben dabei stets eine saubere Gabel zur Hand.
Das Gerät besteht aus Edelstahl und lässt sich nahezu überall montieren. Die Gabel kann bei Bedarf auch auf dem Gabelreiniger abgelegt werden.

Große Imkereien haben häufig Schleuderstraßen, dort ist das Entdeckeln anders gelöst.

Das Video könnt ihr über diesen Link anschauen: https://youtube.com/shorts/pLP0F4e7VOs?si=1-hwPXD5fwT8Wpm5

Peter Falk, Nebenerwerbsimker, Schweiz
Für Rückfragen wendet euch gerne an peter.falk@gmx.ch.

„Praxistipp: Der kleine Rauch“ (Das Bienenmütterchen 01/03 2025)

Dieses praktische Hilfsmittel ist in Vergessenheit geraten. Es hat an einem kleinen Ort Platz und ist sehr günstig. Es ist ein natürliches Produkt, das Stäbchen ist eine Holzfaserplatte und besteht nur aus Holz.
Besonders geeignet ist der Kleine Rauch für JungimkerInnen bei der Ablegerbetreuung. So weicht die Angst schnell vor den Bienen! 
Wir verwenden diesen Kleinen Rauch auch sehr gerne beim Füttern mit Futtertaschen.
Nur beim Auflösen sportlicher weiselloser Völker bleibt der Smoker das Mittel der Wahl.

Material:      
Brennmaterial:
– Holzfaserplatte 12mm, „Steico isorel“ 
– hergestellt im Nassverfahren     
 – Kosten CHF 4.65/m2
 – Kosten für ein fertiges Stäbchen CHF 0.01
– Dimension: 16mm x 12mm x 120mm

Aluprofil:
– Meterware, zuschneiden auf Länge 60 mm 
– Außenmaß: 20mm x 20mm
– Innenmaß:  17mm x 17mm                   

Holzeinlage:
– 3 mm Holzstück als Isolation
– zeigt nach unten, wenn der  Kleine Rauch auf die Beute oder den Rahmen gelegt wird

Verwendung:
– Anzünden  mit Feuerzeug
– glüht rasch
– Brenndauer ca. 30 Minuten
– ist gut verträglich
– Löschen: einschieben ins Aluprofil
– Einsatz: Für fast alle Arbeiten am Bienenvolk.

Peter Falk, Nebenerwerbsimker
Für Rückfragen wendet euch gerne an peter.falk@gmx.ch.

„Seuchenfreiheitsbescheinigung – Wegweisendens Urteil“ (Das Bienenmütterchen 01/03 2024)

Wer in Deutschland Bienenvölker über die Kreisgrenze hinweg verbringt, benötigt bekanntermaßen für seine Bienen eine Seuchenfreiheitsbescheinigung („Gesund-heitszeugnis). Geregelt ist dies in §5 der Bienenseuchen-Verordnung. Es gilt die Freiheit von Amerikanischer Faulbraut zu bescheinigen. Der Veterinar des Herkunfts-Landkreises stellt nach entsprechender Untersuchung eine Bescheinigung aus, dieses wird dem Veterinäramt des Ziellandkreises nach Verbringung der Bienenvölker vorgelegt.

Das Bienenmütterchen 01/03 2024, Seite 9

So auch geschehen im Juni 2022, als ein Berufsimker seine Bienenvölker aus Rheinland-Pfalz in die Akazienblüte nach Brandenburg verbrachte.
Die brandenburgische Veterinärin hielt diese Bescheinigung aus Rheinland-Pfalz für nicht ausreichend, weil nur eine klinische Untersuchung erfolgt war, und forderte eine erneute Untersuchung der Bienenvölker. Diesmal sollten die Völker bakteriologisch über Futterkranzproben untersucht werden.
Gegen die Untersuchungsanordnung klagte der Imker erfolgreich. Eine Rechtsgrundlage für die Anordnung der Veterinärin könne weder aus nationalen noch aus EU- Verordnungen* abgeleitet werden (Verwaltungsgericht Potsdam Urteil v. 9.10. 2023 VG 6 K 1241/22).
Zum Sachverhalt äußert sich der Rechtsanwalt des Imkers, Markus Achtélik aus Berlin, wie folgt: „Wir konnten das Verwaltungsgericht Potsdam davon überzeugen, dass eine amtlich ausgestellte Wanderbescheinigung in der gesamten Bundesrepublik gilt und nicht in jedem Landkreis erneut mittels anderer Untersuchungsverfahren hinterfragt werden darf. Das ist für die Wanderimker wichtig, da sie teilweise für bestimmte Trachten nur kurze Standzeiten haben und nicht jedes Mal eine neue Untersuchung oder Beprobung der Bienen durchführen können. Mit dieser Entscheidung konnten wir der deutschen Imkerschaft etwas Rechtssicherheit hinsichtlich dieser unklaren Rechtsfragen zur Gesundheits-bescheinigung für Bienen verschaffen.“

*Seit dem 21.4.2021 ist die EU Verordnung (EU) Nr. 2016/429 auch in Deutschland umzusetzen. In dieser Verordnung wird die Amerikanische Faulbrut als Seuche in die Kategorie D und E eingestuft. Demnach sind Maßnahmen zu treffen, um eine Ausbreitung beim Eintritt in die EU oder beim Verbringen zwischen den Mitgliedstaaten zu treffen. Tilgungsmaßnahmen oder -programme werden nur bei Seuchen der Kategorie A, B und C angeordnet.
Nationale Vorschriften (z.B. die deutsche Bienen-seuchen-Verordnung aus 1972 zuletzt in 2014 geändert) dürfen dem EU Recht dieser Verordnung nicht entgegen stehen. Eine Umsetzung in nationales Recht ist nach mehr als zwei Jahren immer noch nicht vollzogen.

Ansprechpartner
Markus Achtélik
Wichertstr. 52
10439 Berlin Prenzlauer Berg

Amerikanische Faulbrut – Gesichtspunkte zur Biologie, imkerlichen Praxis und staatlichen Bekämpfung (Das Bienenmütterchen 04/06 2023)

Die Amerikanische Faulbrut ist eine Bruterkrankung unserer Honigbiene. Ein Sporenbildendes Bakterium tötet die heranwachsende Bienenlarve, so dass das Bienenvolk bei erhöhtem Erregerbefall zu Grunde geht.

Die Amerikanische Faulbrut ist in Deutschland eine anzeigepflichtige Tierseuche, die Bekämpfung unterliegt den Veterinärbehörden betroffener Kreise bzw. Städte*. Futterkranzproben-Untersuchungen, mit denen man Faulbrutsporen in Bienenvölkern nachweisen kann, haben in den letzten Jahren stark zugenommen. In Gegensatz zu anderen europäischen Mitgliedsstaaten, scheint in Deutschland die Auffassung, diese Untersuchungen seien eine hervorragende Maßnahme zur Eindämmung der Amerikanischen Faulbrut, weit verbreitet. Beispielsweise in Frankreich ist der Umgang mit der amerikanischen Faulbrut bisher weit weniger restriktiv. Zu einem großen Problem wird die Erkrankung dort allerdings dennoch nicht.
Innerhalb Deutschlands ist der Umgang mit positiven Faulbrutsporenbefunden in Futterkränzen, abhängig vom Bundesland, ja sogar Landkreis, sehr unterschiedlich und z. T. sehr weitgehend.

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„Im Gespräch mit… Jan Biggemann von „Interview mit einem Imker““ (Das Bienenmütterchen 09/12 2022)

Hallo Jan, erst einmal vielen Dank dass du dich für unsere kleine Serie „Im Gespräch mit…“ zur Verfügung stellst.
Du bist kein Mitglied im Sklenarbund, stell dich daher doch einmal vor. Wer bist du, was machst du so?

Hallo Marie, vielen Dank für die Einladung. Freut mich wirklich sehr.
Ich bin Jan Biggemann, 38 Jahre, wohne in Königreich, südlich von Hamburg im Alten Land, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Deutschlands.
Hier imkere ich, zwischen über 10 Millionen Obstbäumen, mit ca. 25 Wirtschaftsvölkern auf Deutsch Normal 1.0 und 1.5 in Segeberger Beuten.
Ich betreibe nebenbei einen Instagram Kanal (koenigreicher_bluetenhonig) und zeige dort Einblicke in meine Imkerei.
Im Winter gehe ich noch einer anderen Leidenschaft nach. Ich habe 2020 einen YouTube-Kanal eröffnet, auf dem ich andere (Berufs-) Imker weltweit interviewe und mit ihnen über ihre Imkerei spreche.
Bisher hatten wir viele tolle Gäste aus dem deutschsprachigen Raum, wie z.B. Bernhard Heuvel oder Alban Jennewein. Aber auch Nikolas Pithan aus Norwegen oder Randy Oliver aus den USA waren tolle Gäste.
Man findet den Kanal auf YouTube unter “Interview mit einem Imker”.

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„Zwei Tage „Milbenzählen“ bei Arista Bee Research“ (Das Bienenmütterchen 01/03 2022)

Das Thema Varroatoleranz und VSH hat uns bereits in den letzten beiden BM- Ausgaben beschäftigt. Grau ist alle Theorie, so spannend sie auch sein mag. Umso begeisterter war ich, als ich im August 2021 die Chance hatte zum Milbenzählen zu Paul Jungels und der Arista Bee Research nach Luxemburg reisen zu können. Die recht umtriebige Stiftung Arista Bee Research haben wir bereits in der letzten Ausgabe vorgestellt.

Am 16. August ging es los. Gemeinsam mit einer lieben Imkerkollegin bin ich Richtung Luxemburg gestartet. Ort des Geschehens war eine Schule, die Dank der Schulferien nicht genutzt wurde. Dort gab es genügend Platz um Coronakonform zu arbeiten. Wir stießen zu einem sympathischen und internationalen Team aus Hobbyimkern, Imkerprofis und MitarbeiterInnen der Arista. Das Ganze wurde organisiert von Paul Jungels. Die Stimmung war an beiden Tagen außerordentlich positiv. ImkerInnen jeden Alters, die gemeinsam an einem großen Herzenswunsch arbeiten: Die varroaresistente Biene.

Das Bienenmütterchen 01/03 2022, Seite 19f.
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„Im Gespräch mit… Jan Bischoff von BeeInTouch“ (Das Bienenmütterchen 01/03 2023)

Hallo Jan, erst einmal herzlichen Dank für deine Zeit.
Du entwickelst mit deinem Team die App BeeInTouch. Was ist das genau und wie kam es zur Idee?

Wir wohnen im Norden von Deutschland, hier ist immer viel Wind und es regnet auch immer mal wieder. Meine Stockkarten hatte ich immer unter dem Deckel liegen und wenn ich den Deckel hochgenommen habe, sind die Stockkarten immer mal wieder weggeweht und dann auch gern mal ins nasse Gras.
Da ich Softwareentwickler bin, hatte ich dann die Idee, dass ich mein Hobby und meinen Beruf doch zusammenbringen könnte und für die Stockkarte eine App entwickeln könnte. 2014 ist dann die erste Version von BeeInTouch fertig gewesen. Es haben sich sehr schnell viele Imker bei BeeInTouch registriert und die BeeInTouch ist seitdem immer weiterentwickelt worden.
Eine der ersten großen Erweiterungen von BeeInTouch war die App BeeInTouch – Willi. Die Idee ist gemeinsam mit einem Berufsimker aus Tirol entstanden. Dieser Imker hatte das Problem, dass es Hochgebirge keinen Empfang gab, er wollte aber gern seine Daten in BeeInTouch dokumentieren. Da kam die Idee eine App für BeeInTouch zu entwickeln, die auch an Bienenständen funktioniert, die keinen Internetempfang haben.
So sind mit der Zeit viele wichtige Ergänzungen zu BeeInTouch dazugekommen. Von NCF- Chips zur Identifikation der Bienenvölker bis zur Möglichkeit den Honig vom Bienenvolk bist ins Honigglas rückverfolgbar zu machen.

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„Futterkranzproben kritisch im Blick“ (Das Bienenmütterchen 01/03 2023)

Vor einer Weile bin ich mit einem Berufsimker zum Thema Futterkranzproben ins Gespräch gekommen. Als BSV ziehe ich regelmäßig entsprechende Proben. Bis dato habe ich die Untersuchungen der Labore nicht in Frage gestellt. Das Gespräch hat bei mir für einen Perspektivwechsel gesorgt, den ich euch nicht vorenthalten möchte.
Da das Thema in der Imkerschaft mit Instituten und Labors sehr leidenschaftlich diskutiert werden könnte, möchte der Imker anonym bleiben. Seinen Text drucken wir also ohne Angabe eines Autors ab.

Marie Förster

Im Herbst 2018 wurde vom Nationalen Referenzlabor für Bienenkrankheiten, dem Friedrich Löffler Institut (FLI), in Zusammenarbeit mit dem LAVES – Institut für Bienenkunde Celle ein bundesweiter AFB- Ringversuch mit inkludierter Laborvergleichsuntersuchung durchgeführt, an dem insgesamt 26 Laboratorien teilgenommen haben, darunter auch eines aus dem Ausland. Das Friedrich Löffler Institut veröffentlichte die Ergebnisse am 9.11.2020 im Artikel „Ringversuch zum Nachweis von Paenibacillus larvae, dem Erreger der Amerikanischen Faulbrut“ Berliner und Münchener tierärztliche Wochenschrift*.
Die Autoren testieren dort „einen insgesamt guten Stand der AFB-Diagnostik und die Qualität der Einrichtungen in Deutschland“. Die im Rahmen des o. g. Ringtests erfassten Daten werden in der Veröffentlichung tatsächlich nur unvollständig wiedergegeben.
Erst durch Mitwirken des Bundesdatenschutzbeauftragten auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes hat das Friedrich Löffler Institut die tatsächlichen Rohdaten des Versuchs offen gelegt. (Anmerkung der Redaktion: Die schriftliche Korrespondenz dazu liegt uns vor.)

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