In Europa imkern wir seit tausenden von Jahren, die Honigbiene ist tief in unserer Kultur verwurzelt. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich die Imkerei immer wieder an neue Gegebenheiten angepasst: An geänderte Klimabedingungen und Landschaften und an neue Schädlinge und Krankheiten.
Nicht nur in der Imkerschaft, sondern in der gesamten Gesellschaft sehen wir, dass ehrenamtliches Engagement zunehmend an Wertschätzung verliert. Es wird immer schwieriger, Menschen zu finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Auch bei uns im Sklenarbund wird spürbar, wie schwer es geworden ist, neue aktive Mitglieder zu gewinnen oder bestehende Mitglieder zu motivieren, sich einzubringen. Wir wissen, dass unser Verband überaltert. Und wir wissen auch, dass all diese Themen nicht gelöst werden, wenn wir sie nur beobachten, sondern nur dann, wenn wir sie gemeinsam anpacken.
Inmitten all dieser schwierigen Entwicklungen gibt es jedoch auch Hoffnung: Die Fortschritte in der Zucht varroaresistenter Bienen sind ermutigend und weisen in eine Richtung, die sowohl das Überleben unserer Bienen als auch die Zukunft der Imkerei sichern könnte. Dass wir diese Chance ergreifen, ist entscheidend. Und würde zugleich beweisen, dass wir als Imkerschaft fähig sind, gemeinsam zu handeln und neue Wege zu gehen.
Dazu gehört die entschlossene Unterstützung der Varroaresistenzbewegung ebenso wie die tatsächliche Vorbereitung auf neue Bedrohungen, die uns sehr real bevorstehen: Die Tropilaelapsmilbe, die weiterhin zunehmende Ausbreitung der Vespa Velutina und die anhaltende Auseinandersetzung mit Honigverfälschungen, die unseren Markt verzerren. Diese Themen werden unsere Arbeit in den kommenden Jahren prägen und bestimmen. Wenn wir nicht aktiv werden, ist zu befürchten, dass die Zahl der Hobbyimkerinnen und -imker weiter zurückgeht. Und damit verlieren wir nicht nur Mitglieder. Wir verlieren Vielfalt, Wissen, Erfahrung und die vielen kleinen Beiträge, die die Imkerei lebendig halten.
Gerade deshalb ist der Zusammenhalt in der Imkerschaft und bei uns im Sklenarbund wichtiger denn je. Wir müssen uns bewusst machen, dass wir ein gemeinsames Ziel haben: Den Schutz und die Zukunft der Honigbiene.
Wir sollten zeigen, dass wir über persönlichen Empfindlichkeiten und alten Streitigkeiten stehen. Dass wir bereit sind, einander zuzuhören, unsere Perspektiven zu erweitern und uns gegenseitig zu unterstützen. Es braucht den Mut, alte Denkmuster zu verlassen, Vorbehalte abzubauen und zu erkennen, dass wir nur gemeinsam stark sein können. Das interne Zoom-Meeting zum Thema Varroaresistenz auf Belegstellen am 12.11.2025 war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch es darf nicht beim ersten Schritt bleiben. Wenn der Sklenarbund zukunftsfähig bleiben soll, dann müssen wir diesen Weg konsequent weitergehen und uns aktiv einbringen.
Die Imkerei braucht Einzelkämpfer und ein Netzwerk aus Menschen, die einander helfen, die sich austauschen, die Wissen weitergeben und Verantwortung teilen. Nur wenn wir zusammenstehen, werden wir unsere Aufgaben meistern und die Zukunft der Bienen und der Imkerei aktiv gestalten können.
Marie Förster
